Softletics, je stärker der Zug, desto fester der Halt
Eine Armprothese besteht aus zwei Teilen: der Hand oder dem Haken vorne und dem Schaft, der das Ganze am Körper hält. Softletics baut den Schaft, aus Textil und 3D-gedruckten Teilen, und er zieht sich nach Angaben von Softletics selbst fest, wenn Last darauf kommt. Das Startup kommt aus der ETH Zürich. Wir möchten uns den Schaft zeigen lassen und ihn in die Hand nehmen.
- Wann
- Do, 19. November 2026
- Uhrzeit
- 17:00 Uhr
- Wo
- Zürich, Ort steht noch nicht fest
- Dauer
- Rund 90 Minuten
Warum ein starrer Schaft nicht dauerhaft passt
Eine Prothese muss fest sitzen, sonst rutscht sie genau dann weg, wenn man sie braucht. Fest sitzt sie durch den Schaft, das Teil, das sich um den restlichen Arm schliesst. Die meisten Schäfte sind harte Schalen. Eine Fachperson misst den Arm einmal aus und baut die Schale passend dazu.
Das Problem ist, dass ein Arm nicht gleich gross bleibt. Sein Volumen ändert sich über den Tag, vor allem durch Wasser im Gewebe. Morgens passt die Schale, mittags drückt sie, abends sitzt sie locker. Dazu lässt eine harte Schale keine Luft durch, darunter wird es also schwitzig. Nach Angaben von Softletics ist das der Grund, warum Leute ihre Prothese weniger tragen, als sie könnten.
Softletics baut den Schaft anders: aus geflochtenem Textil und 3D-gedruckten Teilen statt aus einer harten Schale. Nach Angaben von Softletics ist er leicht, lässt Luft durch und passt sich selbst an, und man kann einzelne Teile tauschen statt des ganzen Schafts.
Das Fingerfallen-Prinzip
Eine Fingerfalle ist ein geflochtenes Röhrchen, vielleicht kennt man den Trick von einem Kindergeburtstag. Man steckt in jedes Ende einen Zeigefinger und zieht. Das Röhrchen wird enger statt loszulassen, und je stärker man zieht, desto fester hält es.
Der Softletics-Schaft ist genauso geflochten. Zieht Last an der Prothese, zieht sich das Geflecht um den Arm zusammen. Der Schaft hält also am stärksten in dem Moment, in dem der Halt gebraucht wird, und sitzt locker, wenn nichts zieht. Nach Angaben von Softletics braucht er dafür keinen Motor und keine Batterie.
Von der Masterarbeit zur Firma
Eine Sportlerin, der ein Teil ihres Arms fehlt, hat nach etwas gefragt, das sicher hält, wenn Zug darauf kommt. Cara Ammann hat diese Frage in ihre Masterarbeit an der ETH Zürich mitgenommen und zusammen mit Lisa-Marie Frühauf daran gearbeitet. Aus der Masterarbeit ist Softletics geworden.
2025 haben die beiden mit dem Projekt den James Dyson Award in der Schweiz gewonnen und sind danach in die weltweite Top 20 dieses Preises gekommen, ausgewählt von Ingenieuren von Dyson. Im selben Jahr hat Softletics den Gründerpreis der Sparkasse zu Lübeck gewonnen. Das Startup gehört zu UPortunity, dem Accelerator der ETH Zürich zusammen mit der UBS, einem Programm, das jungen Firmen beim Anfangen hilft.
Louis hat Cara Ammann am ETH UPortunity Demo Day am 30. Juni 2026 kennengelernt. Aus diesem Kontakt ist unsere Anfrage entstanden.
Was Softletics als Nächstes plant
Softletics nennt drei nächste Schritte: mehr Schäfte herstellen, als eine Werkstatt schafft, sie mit mehr Trägern im Alltag testen, und die CE-Zertifizierung bekommen. CE ist die Zulassung, die ein Medizinprodukt in Europa braucht, bevor es jemand verkaufen darf. Dafür muss eine Firma nachweisen, dass das Produkt tut, was es verspricht, und niemandem schadet, und das dauert Jahre.
Softletics richtet den Schaft an Träger in reichen und in armen Ländern gleichzeitig. Eine harte Schale muss eine Fachperson ausmessen und bauen. Nach Angaben von Softletics funktioniert ein geflochtener Schaft, den man selbst einstellt, auch dort, wo keine Fachperson in der Nähe ist.
Warum wir Softletics besuchen wollen
Ein Schaft lässt sich anfassen. Bei Tethys Robotics lag der Tauchroboter vor uns auf dem Tisch, und wir durften ihn anfassen. Ein Schaft ist kleiner als ein Roboter, und er arbeitet mit einem Prinzip, das man mit zwei eigenen Fingern ausprobieren kann.
Wir wollen wissen, welcher Schritt aus der Masterarbeit eine Firma gemacht hat.
Medizintechnik war bei StartupVisit noch nicht dabei. Bisher gab es Tauchroboter und Lernspiele.
Geplanter Ablauf
Das ist unser Plan, keine Abmachung. Was wir sehen und anfassen dürfen, entscheidet Softletics.
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Gründer-Story
Wie aus der Anfrage einer Sportlerin eine Masterarbeit und dann eine Firma wurde, und was daran schwierig war.
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Der Schaft
Daran ziehen und spüren, wie sich das Geflecht zusammenzieht.
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Herstellung
Welche Teile aus dem 3D-Drucker kommen, welche genäht werden, und wie man von einem handgemachten Schaft zu vielen kommt.
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Fragen
Was die CE-Zertifizierung verlangt. Ob Träger es schon getestet haben und was sie gesagt haben. Und alles andere, was wir wissen wollen.
Begleitung, Fotos, Information
- Begleitung
- Ein Erwachsener begleitet die Gruppe, in der Regel Louis' Vater. Eltern dürfen gerne mitkommen.
- Fotos
- Bei jedem Visit entstehen Fotos. Das Häkchen dazu gehört zur Anmeldung, bei unter 18-Jährigen bestätigt es, dass die Eltern einverstanden sind. Widersprechen kann man jederzeit, ohne Frist.
- Information
- Bei allen unter 18 bekommen die Eltern vor dem Visit eine Mail von uns.
Für diesen Visit anmelden
Donnerstag, 19. November 2026, 17:00 Uhr in Zürich. Zehn Plätze, kostenlos, der Reihe nach. Der genaue Ort steht noch nicht fest, du bekommst ihn per Mail. Wir fragen nach deinem Namen, deiner E-Mail und deinem Alter (als Spanne), dazu kommt ein Häkchen zu den Fotos. Wenn du unter 18 bist, fragen wir zusätzlich nach der E-Mail eines Elternteils.
Die Anmeldung läuft über Tito (Anbieter in Irland, EU). Deine Angaben gehen direkt dorthin, nicht auf unseren eigenen Server, siehe Datenschutzerklärung.
Was ein Visit bedeutet
Eine kleine Gruppe Schüler kommt einmal zu euch. Wir stellen Fragen und hören zu, und danach schreiben wir einen Bericht mit Fotos, den ihr frei verwenden dürft. Vorbereiten muss man nichts, und es kostet nichts. Wie ein Visit aussieht, steht in den Berichten über Tethys Robotics und Mano Games.