Visit 03 · Geplant · Biotechnologie

cellvie verpflanzt die Kraftwerke der Zelle

In fast jeder Zelle stecken Mitochondrien. Im Biologiebuch heissen sie die Kraftwerke der Zelle. cellvie holt sie aus gesundem Gewebe heraus und überträgt sie in Zellen, deren eigene Kraftwerke ausgefallen sind. Die Firma sitzt im Technopark in Zürich. Am 30. Oktober 2026 besuchen wir sie und möchten uns das Labor zeigen lassen.

cellvie · Zürich · Spin-off der Harvard Medical School · cellvie.bio

Wann
Fr, 30. Oktober 2026
Uhrzeit
17:00 Uhr
Wo
Zürich, Ort steht noch nicht fest
Dauer
Rund 90 Minuten

Zur Anmeldung Alle Visits

Grafik einer einzelnen Zelle vor hellblauem Hintergrund, im Inneren leuchten tausende kleine grüne Striche, die Mitochondrien
So zeigt cellvie eine Zelle: Die grünen Punkte sind ihre Mitochondrien, nach Angaben von cellvie mehrere hundert bis einige tausend in einer einzigen Zelle. Die Grafik stammt von der Firma. Bild: cellvie
Die Firma

Harvard-Spin-off mit Labor in Zürich

cellvie ist 2018 in den USA gegründet worden, als Spin-off der Harvard Medical School. Vier Ärzte und Forscher haben die Firma gestartet: James McCully, Alexander Schueller, Pedro del Nido und Sitaram Emani. Schueller führt sie als CEO. Seit Februar 2023 sitzt der Hauptsitz im Technopark Zürich, mit über 100 Quadratmetern Labor.

2021 hat Alexander Schueller den Förderpreis der W. A. de Vigier Stiftung gewonnen, einen Schweizer Preis für Jungunternehmer. Im September 2025 hat cellvie fünf Millionen Dollar von Investoren bekommen, darunter Taiho Ventures, Kizoo Technology Capital und Beiersdorf Venture Capital. Nach Angaben von cellvie arbeiten dort rund 13 Leute.

Ein Teil der Arbeit läuft zusammen mit dem CSEM, einem schweizerischen Forschungszentrum für Technik. Die beiden haben den Schritt automatisiert, in dem die Mitochondrien aus dem Gewebe herausgelöst werden. Vorher musste das jemand von Hand machen. Eine Maschine macht es jedes Mal gleich, und das ist eine Bedingung dafür, das Verfahren bei Patienten einzusetzen.

Vier Personen sitzen auf einem Sofa in einem Foyer mit Wellblechwand und schauen in die Kamera
Die Leute, die den Isolierungsschritt automatisiert haben, von links nach rechts: Alexander Schueller, Gründer und CEO von cellvie; This Egloff, Wissenschaftler bei cellvie; Charlotte Fonta, Senior R&D Engineer beim CSEM; Gilles Weder, Leiter Forschung und Geschäftsentwicklung für Life-Science-Technik beim CSEM. Bild: CSEM
Das Verfahren

Therapeutic Mitochondria Transplantation

Mitochondrien sind kleine Teile im Inneren einer Zelle. Sie stellen den grössten Teil der Energie her, die die Zelle braucht, in Form von ATP, dem Molekül, von dem Zellen leben. Kommt zu wenig ATP heraus, arbeiten Muskeln, Nerven und Gehirn nicht mehr richtig.

Zellen gehen kaputt, wenn Blut eine Weile nicht fliesst und dann wieder anfängt zu fliessen. Ärzte nennen das Ischämie-Reperfusions-Schaden. Das passiert bei einem Herzinfarkt, bei einem Schlaganfall und bei jeder Organverpflanzung, weil das Organ zwischen Spender und Empfänger Stunden ohne Blut verbringt. Nach Angaben von cellvie ist es die häufigste Todesursache weltweit.

Das Verfahren heisst Therapeutic Mitochondria Transplantation. Aus gesundem Muskelgewebe, vom Patienten selbst, werden Mitochondrien herausgelöst und in das verletzte Organ gegeben. Die Zellen dort nehmen sie von allein auf. cellvie vergleicht das mit Starthilfe beim Auto: Die Zelle kommt wieder in Gang und läuft dann selbst weiter.

Querschnitt durch ein Mitochondrium in Blau: eine längliche Hülle, darin die stark gefalteten Innenwände
Ein einzelnes Mitochondrium, aufgeschnitten. An diesen Falten wird die Energie hergestellt, und je mehr Falten, desto mehr Energie passt hinein. So zeigt cellvie es auf cellvie.bio. Bild: cellvie

Die erste Anwendung ist bei der Nierentransplantation geplant. Nach Angaben von cellvie sterben jeden Tag zwölf Menschen, während sie auf eine Niere warten, und bei bis zu der Hälfte der Empfänger arbeitet die neue Niere zuerst nicht richtig. Das sollen die übertragenen Mitochondrien verhindern.

An einer zweiten Anwendung arbeitet cellvie, und sie geht umgekehrt: Das Mitochondrium ist nicht die Reparatur, sondern der Lieferwagen. Zellen lassen Mitochondrien leicht herein, also kann man etwas hineinpacken und damit ins Innere gelangen. Die Krankheit, die cellvie dafür ausgesucht hat, heisst Epidermolysis bullosa. Haut hält zusammen, weil ein Eiweiss namens Kollagen VII ihre Schichten aneinander verankert. Ist das Gen dafür fehlerhaft, fehlt dieser Anker, und die kleinste Berührung reisst die Haut auf. Die meisten Betroffenen sind Kinder. cellvie entwickelt ein Mittel zum Auftragen auf die Haut, das die fehlende Anweisung zurück in die Zellen bringen soll.

Klinischer Stand

Einsatz am Boston Children's Hospital

Zwei der cellvie-Gründer arbeiten am Boston Children's Hospital in den USA. James McCully hat die Forschung gemacht, auf der das Verfahren aufbaut. Sitaram Emani operiert dort als Herzchirurg und setzt es bei Kindern ein, deren Herz nach einer Operation nicht genug pumpt. Diese Kinder hängen an einer ECMO, einer Maschine, die das Blut aus dem Körper holt, mit Sauerstoff versorgt und zurückpumpt.

Nach Angaben des Spitals sind bisher 16 Kinder so behandelt worden. 80 Prozent von ihnen konnten danach von der Maschine genommen werden. Ohne die Behandlung sind es rund 40 Prozent. Emani sagt, überraschend sei gewesen, wie wenig es dafür braucht: Schon sehr kleine Mengen Mitochondrien haben gereicht, damit sich der Herzmuskel erholt.

Das sind Zahlen aus einem Pilotprogramm an einem Spital, nicht von einem zugelassenen Medikament. An diesem Schritt arbeitet cellvie: aus einem Verfahren, das in einzelnen Operationssälen funktioniert, eine Behandlung zu machen, die man herstellen, prüfen und zulassen kann.

Die Auswahl

Warum wir cellvie besuchen wollen

Im Biologieunterricht zeichnen wir Mitochondrien und schreiben Prüfungen darüber. Dass man sie aus einem Gewebe herausholen und in ein anderes hineingeben kann, haben wir dort nicht gelernt.

Biotechnologie war bei StartupVisit bisher nicht dabei. Tethys Robotics baut Tauchroboter, Mano Games baut Spiele. Beides kann man arbeiten sehen. Ein Medikament nicht, deshalb sind die Fragen andere.

Blick in ein Labor: links eine Sicherheitswerkbank mit Glasscheibe, in der Mitte eine Tür, rechts ein Mikroskop und Regale mit Geräten
Ein Teil des cellvie-Labors im Technopark Zürich. Dieses Bild hat die Firma beim Einzug gezeigt. Bild: cellvie
Der Besuch

Geplanter Ablauf

Der Ablauf ist mit cellvie nicht abgesprochen. Was wir sehen dürfen, entscheidet cellvie, und in einem Labor gilt für jeden Raum eine Regel, wer hinein darf.

  1. Gründer-Story

    Wie aus Forschung in Boston eine Firma in Zürich wurde, und was daran schwierig war.

  2. Das Labor

    Wo die Mitochondrien aus dem Gewebe herausgelöst werden, und welche Maschine welchen Schritt macht.

  3. Vom Labor zum Patienten

    Was passieren muss, bevor etwas an einem Menschen probiert werden darf. Wer das prüft, wie lange es dauert und was es kostet.

  4. Fragen

    Alles, was wir wissen wollen. Wer mitkommt, bringt eigene Fragen mit, die müssen nicht auf unsere Liste passen.

Danach entsteht hier ein Bericht mit Fotos.

Für Eltern

Begleitung, Fotos, Information

Begleitung
Ein Erwachsener begleitet die Gruppe, in der Regel Louis' Vater. Eltern dürfen gerne mitkommen.
Fotos
Bei jedem Visit entstehen Fotos. Das Häkchen dazu gehört zur Anmeldung, bei unter 18-Jährigen bestätigt es, dass die Eltern einverstanden sind. Widersprechen kann man jederzeit, ohne Frist.
Information
Bei allen unter 18 bekommen die Eltern vor dem Visit eine Mail von uns.

Infos für Eltern Frage stellen

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Freitag, 30. Oktober 2026, 17:00 Uhr in Zürich. Zehn Plätze, kostenlos, der Reihe nach. Der genaue Ort steht noch nicht fest, du bekommst ihn per Mail. Wir fragen nach deinem Namen, deiner E-Mail und deinem Alter (als Spanne), dazu kommt ein Häkchen zu den Fotos. Wenn du unter 18 bist, fragen wir zusätzlich nach der E-Mail eines Elternteils.

Die Anmeldung läuft über Tito (Anbieter in Irland, EU). Deine Angaben gehen direkt dorthin, nicht auf unseren eigenen Server, siehe Datenschutzerklärung.

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Für Startups

Was ein Visit bedeutet

Eine kleine Gruppe Schüler kommt einmal zu euch. Wir stellen Fragen und hören zu, und danach schreiben wir einen Bericht mit Fotos, den ihr frei verwenden dürft. Vorbereiten muss man nichts, und es kostet nichts. Wie ein Visit aussieht, steht in den Berichten über Tethys Robotics und Mano Games.

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